Die tote Seele
September 29, 2008
Wie eine christliche Partei mit dem Andenken an einen großen Verstorbenen umgeht
Nein, sie leben nicht mehr, die toten Seelen, dennoch wird ihre Leistung weiter besteuert, selten ihrer gedacht, stetig ihr Erbe verbraucht. Und nahezu täglich werden sie angerufen. Seit letzter Nacht sind sie ihrer letzten Habe beraubt, ihrer Fähigkeit, einen Freistaat im freien Fluge zu beherrschen.
Danach erschien eine Rothaut in Machenschaften, ein Vertreter des harten Anfassens, ein Mann des gebrochenen Spanisch. Saludos Amigos, sagte er und verschwand. Danach erschien und blieb geraume Zeit ein weißer Mann, der sich vereinsamt eines Tages im Dickicht des Münchner Hauptbahnhofs verlor.
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Am Weißen übten sie Verrat und kamen selber an die Reihe. Ein Niederbayer und ein Franke, beide wenig zornig. Vom Himmel, aus dem der Große Blitze warf, kamen Bonbons. Das Rauchverbot und auch der Plan, das Steuern eines Autos erst nach dem Genuss von zwei Mass Wiesenbier gesetzlich vorzuschreiben.
Sie wollten koalieren. Pfui, sagte der schwarze Wähler, und trauert weiter um die tote Seele und um seinen roten Kopf.
Abstieg
September 25, 2008
Nein, noch ist es nicht soweit. Gehen wir davon aus, dass noch viel Wasser die Isar hinunter fließen wird. Eines Tages im nächsten Jahr aber könnte es so weit sein. Der Geliebte, der uns so leiden lässt, der TSV von 1860 München steigt in den Komfort der dritten Liga hinunter; er kehrt heim auf Giesings Höhen – und wir mit ihm.
Wir erinnern uns an die schöne Zeit der Bayernliga, als wir, meist in der Ostkurve stehend, uns an den unflätigen Kommentaren der Rentner erfreuten. Als wir das Bier noch mit unserem Kleingeld bezahlten. Als wir, auf dem Weg ins Grünwalder Stadion, durch die malerischen Straßen Giesings spazierten, vor dem Spiel noch im Wienerwald einkehrten. Ja, das war eine schöne Zeit, und sie könnte wiederkommen, nächstes Jahr im August. Wir wären wieder daheim. Also! Lasst uns doch bequem absteigen!